Kerner kocht Süppchen für Bild Zeitung

März 3, 2009 · Posted in Allgemeines 

Im neuen Werbespot der Bild Zeitung treten mehrere Prominente auf, um ihre “ungefilterte Meinung” zu Deutschlands auflagenstärkster Zeitung abzugeben. Eine redliche Idee, die Bild Zeitung von außen kritisch zu betrachten. Aber: Es bleibt Werbung! Und trotzdem geben sich Johannes B. Kerner und Carmen Nebel für diesen Spot her. Ausgerechnet zwei Persönlichkeiten, die auf der Gehaltsliste der Öffentlich-Rechlichten stehen und somit eigentlich ein anderes Medium vertreten - und zwar eines durch Gebühren der Zuschauer finanziertes.

Darüber kann man nun wirklich nur den Kopf schütteln. Aber es passt auch ins Bild, wenn Kerner sich für den Betroffenheitsjournalismus der Bild Zeitung stark macht. Denn keiner im deutschen Fernsehen kann so schön Einfühlsamkeit vorgaukeln und vermeintlich in die Psyche des stärksten Mannes eindringen. Die Werbeaktivitäten von Kerner kommen mir ohnehin ausufernd vor für einen Moderator eines öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders. In den letzten Jahren gab er sein Gesicht für Gutfried her und machte sich so zum “Wursthannes”, es folgte BonAqua, Air Berlin und jetzt eben die Bild Zeitung. Dieses Engagement wird auch vom Journalistenverband kritisch betrachtet. Bereits im September vergangenen Jahres erklärte DJV-Vorsitzender Michael Konken: „Die gebührenfinanzierten Sender müssen die notwendige Trennung von Werbung und Journalismus besonders sensibel praktizieren.“

Der ehemalige Dompteur der Fernsehköche sollte sich wieder auf seine Kernkompetenz als Journalist besinnen und sich nicht für fragwürdige journalistische Inhalte stark machen. Vielleicht kann er ja mal bei Anke Engeleke nachfragen, wie sie sich den Umgang mit der Bild Zeitung wünscht - oder einfach nur dieses Werbevideo für das BILDblog anschauen, dann weiß er es.

Comments

6 Responses to “Kerner kocht Süppchen für Bild Zeitung”

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  2. Aus der stillen Ecke on März 4th, 2009 12:03

    …das Video für den BILDBlog ist einfach fantastisch. Herrlich.

    Kerner hingegen wird wirklich eine richtige Werbefigur und seine Ansehen als kritischer Journalist leidet nun vielleicht wirklich etwas darunter. Aber und das muss man auch sagen, hat er schon immer dafür gesorgt, dass man über Ihn redet. Zumindest weil er journalistisch immer auch Wege genutzt hat, die für viele unangebracht oder auch unpassend schienen. Außerdem scheint er bei den öffentlich-rechtlichen ein besonderes “Standing” zu haben. Denn eine die ständig geworben hat musste gehen. (Andrea Kiewel), weil sie es nie offiziell gemacht hat. (Schleichwerbung) Kerner hingegen wirbt ständig offensichtlich und darf bleiben. Hierzu einige kurze Gespräche die Kerner in seiner Sendung geführt hat.

    Ausschnitt des Medienmagazins Zapp ( Januar 2008):

    Moderations-Allrounderin Andrea Kiewel sprach viel. Auch übers Abspecken. Besonders dreist: Im Januar vergangenen Jahres bei Kerner. Zapp fand den Auftritt schon damals merkwürdig. Andrea Kiewel (Moderatorin) bei “Kerner”: “Zur Zeit nehm` ich bei “Weight Watchers” ab. Und diese 30 Kilo hab ich dann damals mit Hilfe von “Weight Watchers” wieder abgenommen. Zur Zeit bin ich bei “Weight Watchers”. Hab` 7 Kilo weg. Also es ist jetzt mein zweites Mal mit “Weight Watchers”.

    Und jetzt das: Schleichwerbung. Andrea Kiewel flog deshalb nicht nur beim ZDF raus. Vor einem Jahr rettete sich Kiewel noch, indem sie alles abstritt. Moderatorin Andrea Kiewel bei “Kerner”: “Deswegen sage ich auch, dass “Weight Watchers” für mich das Richtige ist.

    Johannes B. Kerner: “Moment, Moment, ich hake einmal ein. Weil jetzt hast du’s vier oder fünf Mal gesagt. Jetzt kommen die ersten bestimmt auf den Gedanken, Moment die hat doch `nen Werbevertrag. Die ist doch von denen bezahlt. Nur dass wir das mal geklärt haben. Du bist da normal Mitglied, du zahlst alles selbst”. Andrea Kiewel, Moderatorin: “Jedes Kochbuch, jede Woche, die ich mich auf die Waage stelle, muss ich bezahlen. Keine Werbeverträge , natürlich nicht”.

    Natürlich nicht. Hätte sie doch nur ihre Werbeverträge ganz offiziell gemacht - so wie Kerner. (Werbespot Air Berlin mit Johannes B. Kerner) “Air Berlin geht jetzt an die Börse. Also da bin ich auf jeden Fall dabei. Die profitieren von mir, weil ich so oft mit Air Berlin fliege und jetzt will ich mal von denen profitieren”.

    Kerner wirbt mit Herzblut. Und nutzt jede Gelegenheit, die ihm geboten wird. Auch bei Zapp. Vor 5 Jahren Werbung für Bonaqua. (Ausschnit Zapp, 2003) Johannes B. Kerner im Gespräch mit Gerhard Delling: “Das ist es - tatsächlich, woran hast Du es erkannt?” - “Ich weiß es nicht, ob es stimmt.” - “Ach so, es ist sogar richtig. Das ist es.” - “Weil’s so lecker schmeckt, Gerhard. Versteh schon.”

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