Kondom an Pabst: Schluck’s runter!
Lieber Papst Benedikt XVI.,
hier spricht das Kondom. Ja, genau: Dieser gummierte Tyrann, der mal in gelb, mal in rot, mal etwas länger und mal mit Erbeergeschmack daherkommt. Sie nehmen mich häufig in den Mund, wenn Sie im Namen der Aufklärung Ihren Mann stehen. Ich muss vor Ihnen auf die Knie gehen. Stets ignorierte ich Ihre Anschuldigungen, für das Leid auf dieser Welt verantwortlich zu sein. Aber Sie haben Recht: Ich bin die Wurzel allen Übels. Und gerade Sie als Papst müssen natürlich am besten über mich als Kondom Bescheid wissen. Mea culpa.
Kaum zu Glauben
Bereits am 24. Januar nahm Papst Benedikt XVI. die Exkommunikation von vier Bischöfen zurück, darunter die des Briten Richard Williamson. Jenes Klerikalen, der den Holocaust leugnet. Die gesellschaftliche und mediale Diskussion - oder besser Aufregung - darüber begann recht schleppend, erreicht derzeit allerdings ihren Höhepunkt. Ob dies mit der späten Reaktion der Bild-Zeitung zusammenhängt oder der Aufforderung der Kanzlerin an den Papst, die Position des Vatikans zum Holocaust klarzustellen, sei hier dahingestellt.
Bevor hier der fälschliche Eindruck entsteht, dieser Artikel thematisiere die Glaubensfrage, möchte ich klar zwischen Glauben und Gläubigen sowie der Institution Kirche differenzieren. Der Glaube ist die Quelle vieler Menschen, Kraft zu schöpfen. Die Institution Kirche dagegen beansprucht die Meinungsvertretung und Führung eben dieser Gläubigen, obwohl zahlreiche von ihnen nicht (mehr) zu ihren Mitgliedern zählen und viele Mitglieder die Positionen ihres Oberhauptes nicht teilen.