Glos in Guantanamo
Es gibt Politiker, die durch akribische Arbeit und entsprechendes Fachwissen in Gremien und der Öffentlichkeit auffallen. Es gibt aber auch Politiker, deren selbst auferlegte Aufgabe es ist, die Kontrahenten fortwähhrend anzugreifen und eine populistische Tirrade nach der anderen rauszuhauen - die sogenannten Parteisoldaten oder auch Wadenbeißer. Zu der zweiten Gruppe gehört zweifelsohne Michael Glos, seines Zeichens Bundeswirtschaftsminister…am liebsten a. D.
Aufgefallen ist Glos vor seinem Ministerammt vor allem durch markige Worte und Anfeindungen bei Sabine Christiansen, Maybritt Illner und den übrigen Talkshow-Granden Deutschlands. Dort konnte er seine Fähigkeiten optimal einbringen, die sich weitgehend auf energische Stammtischparolen beschränken. Das Amt des Wirtschaftsmministers wollte er selbst gar nicht ausüben, doch die Auswahl an CSU-Politikern zu diesem Zeitpunkt war dürftig und der Starrsinn der CDU/CSU-Fraktion sah nunmal vor, der bayerischen Schwesterpartei eine festgelegte Annzahl an Ministerposten anzubieten.